Der Neue Tielke
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Streichbögen

Günther Hellwig hat in seinem Buch drei Bögen aufgelistet, zwei - sie sind oben abgebildet - hat er Joachim Tielke zugeschrieben (GH 138, 139). Ein weiterer, ehemals im Leipziger Museum für Musikinstrumente, ist verschollen (GH 137); obwohl von Kinsky in seinem Katalog von 1912 als authentisch beschrieben, wird er heute im Museum nicht als Arbeit Tielkes bezeichnet. Das Gleiche gilt für einen Bogen, der früher zur Viola da gamba (H 86) des Pariser Musée des Arts Décoratifs (heute im Musée de la Musique) gehörte. Es bleiben in der Diskussion also lediglich die beiden eingangs genannten Bögen GH 138 und 139 im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg.

Beide Bögen wurden 1984 von Ian Watchorn untersucht, schriftlich dokumentiert und auch zeichnerisch festgehalten. Er kommt dabei zu dem Ergebnis, dass der eine Bogen (GH 139) eine Kopie aus dem 20. Jahrhundert des anderen älteren (GH 138) sei. GH 138 wurde 1905 erworben und vom Vorbesitzer als der Bogen zu einer Viola da gamba Tielkes bezeichnet, während GH 139 1921 ins Museum gelangte. GH 138 besitzt eine Stange aus schwarz gebeiztem Fernambuk, sie ist rund im Querschnitt und am Frosch nachträglich in achteckige Form gebracht worden. Der Frosch samt Knopf und Schraube stammen aus einem Geigenbogen der 2. Hälfte des 18. Jahrunderts. Weitere Einzelheiten und Veränderungen lassen Watchorn zu dem Schluss kommen, dass der Bogen aus der Zeit von etwas 1730 bis 1770 datieren müsse.

Somit kann kein einziger Bogen Joachim Tielke zugeschrieben werden, ja, es gibt nicht einmal Ahaltspunkte dazu, wie denn ein Bogen aus der Werkstatt Tielke aussehen könnte.

   


Stand Juli 2013  ·   © Impressum