Der Neue Tielke
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Die Streichinstrumente

Unter den 169 bekannten Arbeiten der Werkstatt Joachim Tielkes finden sich Pochetten, Violinen, Viole d'amore ohne Resonanzsaiten, ein Violoncello, Viole da gamba und Barytons. Mit fast einhundert Stück sind die Viole da gamba die häufigste Instrumentenart bei Tielke.

Die Pochetten mit Tielkes Zettel sind Pariser Arbeiten, die zum Teil Jacques Regnau(l)t zugewiesen werden können. Allerdings ist jüngst - noch nicht im Buch, aber auf hier auf der Website, Seite "Addenda", zu finden - eine in Hamburg aufwändig aus Elfenbein, Schildpatt und bunten Steinen gefertigte Pochette aufgetaucht; sie ist inzwischen Teil der Sammlungen des Museums für Kunst und Gewerbe Hamburg.

Nur vier Violinen sind erhalten, was angesichts von deren Beliebtheit auch schon zu Tielkes Zeiten verwundert. Alle Instrumente besitzen geschnitzte Köpfe unterschiedlicher Form anstelle von Schnecken. - Das einzige bekannte Violoncello ist mit 1693 datiert (leider sind Hals, Wirbelkasten und Kopf nicht erhalten).

Ganz in norddeutsch-protestantischer Tradition stehen die Viole d'amore ohne Resonanzsaiten in zwei Größen.

Die Viole da gamba nehmen den größten Raum ein: fast einhundert (inklusive der Fragmente) haben sich erhalten. Unter ihnen sind aufs höchste verzierte Instrumente, die für u.a. die Höfe von München, Weimar und Gottorf hergestellt wurden.

Die Barytons befinden sich heute fast alle in England. Dort fand sich auch ein zuvor unbekanntes Fragment eines Halses mit Wirbelkasten und Kopf, das den ursprünglichen Zustand der anderen Instrumente erklären hilft. Ein jüngst im Münchner Stadtmuseum als Baryton Tielkes erkanntes Instrument erhöht die Zahl der Barytons auf vier.

   


Stand Oktober 2015  ·   © Impressum