Der Neue Tielke
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Der Dekor

Tielkes Instrumente zeichnen sich durch den Dekor aus in Form von Randverzierungen, aufwändig gearbeiten Rosetten und phantasievollen Marketerien mit Blumen oder Darstellungen aus der Liebesemblematik, mit antiken Gottheiten oder Motiven aus Ovids Metamorphosen.

Dazu kommen Schnitzarbeiten: Applikationen an Böden von Viole da gamba, Ranken an Wirbelkästen, Köpfe von Tieren und Menschen.

Die Vorlagen für Ranken und Blumen hat Joachim Tielke möglichwerweise selber gezeichnet. Auf jeden Fall hatte er während seiner Studienjahre in den Niederlanden reichlich Gelegenheit, gedruckte Blätter mit entsprechenden Darstellungen zu sammeln; später konnte er diese dann für seine Arbeiten verwenden.

Für die Marketerie mit Motiven der Liebesemblematik hat Tielke vor allem einen Druck der "Amorum Emblemata" des Otto van Veen, des Lehrers von Peter Paul Rubens, herangezogen, erschienen erstmal in Antwerpen 1608. - Die Darstellungen antiker Götter auf ihren Wagen, gezogen von u.a. Hirschen, Drachen, oder Delphinen gehen zurück auf das "Nouveau Livre des Dieux et Désses de la Marine" gedruckt von Cornelis Danckerts in Amsterdam nach Zeichnungen von Hendrick de Keyser; diese Zeichnungen sind ursprünglich wohl entstanden für Reliefs am königlich-dänischen Schloss Frederiksborg. - Für die Motive aus Ovids Metamoprhosen konnten wir keine unmittelbaren Vorlagen finden; sie stehen aber den Blättern Johann Wilhelm Baurs (1607-1642) nahe.

Die Schnitzereien weisen in ihrer Vielfalt auf zahleiche unterschiedliche Handwerker, ohne dass für sie Namen zu finden waren. Auffallend ist allerdings die Ähnlichkeit oder gar Übereinstimmung mancher geschnitzter Köpfe auf Instrumenten Tielkes mit denen auf Hamburger Cihtrinchen Hinrich Kopps.

   


Stand Juli 2013  ·   © Impressum